Häufige Fragen bei Kiefergelenksbeschwerden / CMD

Was soll ich zur Erstuntersuchung mitbringen?

Bitte bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit. Sollten Sie bereits eine Aufbiss-Schiene besitzen oder Kernspin-Aufnahmen vom Kiefergelenk haben, bitte ebenfalls mitnehmen.

Soll ich Kaugummi-Kauen?

Häufiges und vor allem langes Kaugummi-Kauen ist "Gift" für Kiefergelenkspatienten. Dies steigert die Muskel-Belastung und die Beschwerden können noch zunehmen.

Gegen einen gelegentlichen Kaugummi ist nichts einzuwenden, aber bitte nicht täglich mehrfach und stundenlang.

Warum leiden so viele Menschen an Kiefergelenksproblemen?

Die Belastung in unserer Gesellschaft nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Beruf, im Alltag, ja sogar in der Schule. Da verwundert es nicht, dass der Mensch heute mehr „Stress“ abbauen muss als früher. Dies führt zunehmend zu Überbelastungen der Kaumuskulatur, Zähneknirschen und Pressen und kann Erkrankungen im Kiefergelenk auslösen. Dies kann im Pubertätsalter beginnen und bis ins höhere Alter reichen. Am stärksten betroffen sind junge Frauen von etwa 13 bis 40 Jahren.

Wodurch kommen die häufigen Verspannungen und Kopfschmerzen?

Diese sogenannten „craniomandibulären Dysfunktionen“ (CMD) können Auslöser für häufige Kopf- und Muskelschmerzen im Gesicht, Nacken und Schulterbereich sein.

Werden die Kaumuskeln überbelastet, versuchen Nacken- und Schultermuskulatur „auszugleichen“. Diese sind aber meist nach kurzer Zeit ebenfalls überlastet und dann hart und verspannt.

Wie kann man Kiefergelenksbeschwerden behandeln?

Vor einer Behandlung steht eine genaue Untersuchung, denn nur dann weiß man, wo die Probleme liegen und wie man diese am besten behandeln kann. Durch die sogenannte "Funktionsanalyse" (Untersuchung des Kiefergelenks) lassen sich Fehler im Kausystem erkennen und Kiefergelenksbeschwerden gezielt behandeln.

Wie schnell bekomme ich einen Untersuchungstermin?

Für Kiefergelenkspatienten haben wir spezielle Sprechstunden eingerichtet.

Rufen Sie uns am besten an, dann vereinbart unser Team gerne einen Termin mit Ihnen.

Die Schiene, die mein Hauszahnarzt gemacht hat, hat nicht geholfen

Es gibt sehr verschiedene Schienentypen. Im Rahmen der Funktionsanalyse kann Dr. Peiler ermitteln, welche Schiene für Sie die richtige ist. Bringen Sie Ihre bisherige Schiene bitte zur Untersuchung mit, dann kann überprüft werden, ob diese Schiene zum Ziel führt.

Bringt eine "weiche" Schiene etwas?

Bei den meisten Kiefergelenksbeschwerden sollte die Schiene als Langzeittherapie sehr genau auf Bruchteile eines Millimeters eingeschliffen werden. Dies sorgt für eine exakte Abstützung der Zähne. „Weiche, biegsame Schienen“ kann man nicht exakt einschleifen und haben oft auch kaum einen Effekt, Probleme dauerhaft wirksam zu lindern.

Welche Kosten trägt meine Krankenkasse?

Die Kosten für Funktionsanalyse, Jig-Schiene und Gesichtsbogenvermessung dürfen gesetzliche Krankenkassen nicht übernehmen.

Für eine Funktionsanalyse müssen gesetzlich versicherte Patienten in der Regel mit ca. 100,- EUR rechnen – je nach Schweregrad und Untersuchungsdauer auch mehr. Über von Ihnen zu tragende Eigenanteile informieren wir Sie selbstverständlich vor der Behandlung.

Bei privat Versicherten werden die Kosten – je nach Vertrag – häufig übernommen.
Gerne erstellen wir einen Kostenvoranschlag, den Sie bei Ihrer Versicherung vorab einreichen können.

Was ist eine Jig-Schiene?

Bei der Jig-Schiene nach Dr. Erich Wühr wird auf der Schiene ein Block auf die Frontzähne gesetzt. Das funktioniert so, als würden Sie mit den mittleren Schneidezähnen auf einen Kugelschreiber beißen.

Beim Zubeißen beißen nur die unteren Frontzähne auf den Block ("Jig"). Der Körper löst einen Schutzreflex aus und reduziert die Kraft in der Muskulatur - der Patient kann die Kaumuskeln fast nicht mehr anspannen. Durch das "Rausnehmen" der Kraft in der Nacht können die Muskeln nicht mehr stundenlang verkrampfen.

Warum entlastet eine Jig-Schiene die Kaumuskeln?

Durch den Block auf den Frontzähnen haben beim Zubeißen nur noch die unteren Frontzähne Kontakt auf der Jig-Schiene. Das Gehirn schaltet um auf „Abbeißen“ und reduziert damit erheblich die Kraft der Muskulatur als „Schutzreflex“.

Kann ich die Jig-Schiene nicht auf Dauer tragen?

Die Jig-Schiene hilft oft hervorragend, die Muskeln werden sehr stark entspannt.

Immer wieder fragen Patienten, ob sie nun überhaupt noch eine Stabilisierungsschiene benötigen und nicht die Jig-Schiene auf Dauer weiter tragen können. Die Jig-Schiene sollte nur wenige Wochen getragen werden, sonst kann es in Einzelfällen sein, dass sich die Backenzähne im Unterkiefer verschieben.

Sollte ich auch zum Physiotherapeuten gehen?

In der Regel hilft bei CMD-Beschwerden die Kombination einer Jig-Schiene oder Stabilisierungsschiene (je nach Befund) am besten in Verbindung mit einer begleitenden Physiotherapie. Wir empfehlen hierzu eine Physiotherapie-Praxis in Anspruch zu nehmen, die auf Kiefergelenksbehandlung spezialisiert ist. Ein Rezept dafür erhalten Sie bei Bedarf von uns.